Qualifizierung nach dem Salami- Prinzip: Percy Görgens findet im Expertengespräch mit der Sicherheitspraxis (01/2017) deutliche Worte und kritisiert die Qualifizierungssituation, wie sie sich heute für die Errichterbetriebe in der Sicherheitstechnik darstellt. Gleichzeitig fordert er klare und durchgängige Konzepte für eine bessere und nachhaltigere Qualifizierung der Fachkräfte, die sich mehr an den Bedürfnissen der Praxis orientieren soll.

Die Situation am Markt ist angespannt und es ist schwierig, geeignete Fachkräfte zu finden. Das liegt auch am notwendigen Qualifikationsniveau: Die Mitarbeiter benötigen grundsätzlich eine Ausbildung aus dem elektrotechnischen Spektrum. Wenn ich einen solchen Kandidaten finde, muss ich ihn trotzdem noch qualifizieren und weiterbilden. Quereinsteiger außerhalb der Elektrotechnik zu rekrutieren, halte ich für sinnlos. Denn diese muss ich erst noch ausbilden bzw. umschulen.

Die Ursache dafür sieht er in der Ausbildung an und für sich:

Es gibt nämlich keinen Ausbildungsberuf Elektrotechniker mit Fachrichtung Sicherheitstechnik. Das ist aber wünschenswert und dringend notwendig. Man versucht schon seit vielen Jahren, dies als Ausbildungsberuf im Markt zu etablieren. Das ist, leider, bis heute noch nicht gelungen. In der Regel wird das Thema Sicherheitstechnik in der Ausbildung zum Elektrotechniker nur am Rande angesprochen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung muss jeder Errichterbetrieb seinen Mitarbeiter erst noch für die tägliche Arbeit qualifizieren. Das dauert meistens noch einmal ein bis eineinhalb Jahre. Der Errichterbetrieb kann dabei auf keine fertigen Konzepte zurückgreifen, sondern tut dies nach eigenem Ermessen und eigenverantwortlich. Die Inhaber der Betriebe werden, wie ich finde, hier sträflich alleine gelassen.

Das Interview ist auch online erschienen: Qualifizierung nach dem Salami-Prinzip.